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Rückblick

Wenn einer eine Reise tut ...

Fahrt der „Plattdeutschen Runde“ des Heimatvereins an den Möhnesee und nach Körbecke am 16.6.16

Nein, es war keine pure Lustfahrt – obwohl eine erfrischende Bootstour und später selbstverständlich auch der obligatorische Kaffee und Kuchen auf dem Programm standen. Es war eine hochinformative und amüsante Exkursion an den Möhnesee und nach Körbecke, wo uns „St. Pankratius“ erwartete, genauer gesagt, Jupp Balkenhol, der faszinierende plattdeutsche Mundartautor, der uns die anmutige sakrale „Perle am Möhnesee“ mit viel Charme und Witz nahebrachte – gespickt mit Dönekes, Vertellekes, Sprüekskes und Gedichtkes. Der Wettergott meinte es gut am 16. Juni, die Stimmung war prächtig, als sich 23 Mitglieder der plattdeutschen Runde des Heimatvereins per PKWs Richtung Möhnetalsperre auf den Weg machten. Erster Höhepunkt: Eine einstündige Bootsfahrt auf dem Katamaran „MS Möhnesee“ über das „Westfälische Meer“, eine gute Gelegenheit, frische Seeluft zu schnuppern, sich zu unterhalten, Dönekes zu vertellen, die Augen gleiten und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Martin Krause, Hammonense-(Un)Ruheständler, rief kurz und bündig die Möhnekatastrophe im Zweiten Weltkrieg in Erinnerung: Im Mai 1943 zerstörten speziell entwickelte Rollbomben, die aus britischen Lancaster Bombern, den sogenannten „Dam Busters“, geworfen wurden und über Torpedofangnetze „hüpften“, die von 1908 bis 1913 erbaute, 40 m hohe und 650 m lange Staumauer in einer Tiefe von etwa 10 oder 15 Metern. Ein kleiner Riss in der Mauer entwickelte sich zu einer riesigen Lücke von 77 Meter Breite und 22 Meter Tiefe. Die Flutwelle, die sich weit ins Ruhrtal ergoss, kostete rund 1600 Menschen das Leben. Ziel der Engländer war es, das Ruhrgebiet von der Wasserversorgung und letztlich der Rüstungsproduktion loszulösen. Trotz der beachtlichen Beeinträchtigung konnten die Schäden in der Mauer aber bereits im Oktober 1943 beseitigt werden, so dass das Anliegen der Alliierten, die Kriegswirtschaft des Ruhrgebietes auszuschalten, nicht mit dem erhofften Ergebnis ausfiel.

Vor dem barocken Kirchengebäude von „St. Pankratius“ in Körbecke hieß Jupp Balkenhol die Hammer Gäste willkommen. „Kirchenführungen sind meist langweilig“, schmunzelte der 87-Jährige. „Aber ich mach das anders für euch“, versprach erverschmitzt, „interessanter, heiterer, mit einer großen Portion Humor, mit vielen Dönekes und Vertellekes. Da schläft mir keiner ein!“ Recht sollte er behalten! Und auf ging‘s zu einer kurzweiligen Lehrstunde – natürlich fast ausschließlich im Sauerländer Platt. Der heutige Bau der dreischiffigen Hallenkirche, die 1715 fast vollständig abbrannte, ist eng verbunden mit dem magister lignarius, dem Meister des Holzbaues Heinrich Stütting und dem Pfarrer Franz Bernhard Mappius, der zwischen1691 und 1727 in der Pfarrei „St. Pankratius“ wirkte. Beide waren Westfälische Originale: Stütting, ein Allerweltskerl und Hans-Dampf-in-allen-Gassen, nahm das Leben auf die leichte Schulter und versetzte in der Kneipe mit Vorliebe sein Geld in Branntwein oder Gerstensaft. Darüber hinaus war er aber ein begnadeter Künstler und Zimmermann, der auf seinen Wanderjahren sogar dem damals angesehenen Bildhauer und Architekten Andreas Schlüter (1660-1714) über die Schulter geschaut haben soll. Pastor Mappius, ein leidenschaftlicher Anhänger des Schnupftabaks, erkannte auf der Stelle Stüttings Talent und gemeinsam, bei scharfem Korn und Schnupftabak, schmiedeten sie Pläne für den Bau der neuen Pfarrkirche zu Körbecke. Meister Stütting wurde die Bauleitung des gesamten Wiederaufbaus der Kirche und die Herstellung der bewundernswerten Inneneinrichtung übertragen. Mehr als einmal bat der Künstler den Pfarrer um einen Vorschuss, erhielt aber zuallererst eine Strafpredigt wegen seines wahrlich beträchtlichen Alkoholkonsums, schließlich aber doch ein paar Taler – und werkte und trank weiter wie bisher. In einer nahegelegenen Scheune schnitzte er Altar und Kanzel mit den wunderlichsten Figuren und sonderbarsten Verzierungen. Seinem Schalk ließ der Künstler-Schelm freien Lauf. So findet sich im Geländer der Kanzeltreppe ein Vogel mit langem Hals und Schnabel, aus dessen Brustgefieder das Gesicht des Pfarrers Mappius zu sehen ist. Der schwanenartige Vogel greift sich mit dem langen Schnabel an die Brust und fasst gleichzeitig die Nase des Pfarrers. Stütting war beim Betrachten seines vorwitzigen Werkes, des „Körbecker Schwans“, in Hochstimmung. „Prost, Herr Pfarrer!", rief er und kippte sich einen scharfen Korn hinter die Binde. „Nun fass dich selber an die Nase!". Der schnupftabaksüchtige geistliche Herr verstand die anspielende „Predigt in Holz“ des Zimmermanns sofort und soll,so heißt es, jedes Mal, wenn er die Holztreppe mit der symbolischen Figur zur Kanzel emporstieg, Milde und Nachsicht gegenüber seinen „sündigen“ Schäflein haben walten lassen ...

Überhaupt: die mit Engeln, Fratzen und diversen Ornamenten gestaltete „Kanzlei“ hat es in sich. Ruht sie doch auf dem gekrümmten Rücken einer eigenartigen, kauzigen Gestalt mit Schnurrbart, die Stütting meisterhaft in Holz geformt hat. Sie geht zurück auf den eitlen, lebensfrohen Wanderprediger Tanchelinus (auch: Tanchelm), der sich im 12. Jahrhundert in Antwerpengottgleich huldigen ließ und gegen die Amtskirche wetterte, die Gläubigen gegen Kirchenbesuch und Empfang der Sakramente ermunterte und behauptete, Papst, Bischöfe und Priester seien nicht die Bohne wert. Der Mönch Norbert von Xanten stoppte in Ketzerpredigten die Irrlehren von Tanchelinus. Meister Stütting gestaltete die Figur auf seine Weise: Der Gotteslästerer, in einem prächtigen Gewand gekleidet – ein Meisterwerk der Holzschnitzerei – kauert als Sünder und Büßer für seine Irrlehren in halb gebückter Haltung, atlasgleich, die Kanzel auf seinen Schultern tragend. Die gewitzten Körbecker Bürger gaben der Figur den Spitznamen St. Stangelinus und erinnern mit einem Verschen an den kuriosen Volksprediger:

„Wer Gottes Wort will falsch verkünden,
der kommt in Körbecke schlecht fort,
das kannst du an Tanchlinus finden,
der büßend trägt die Kanzel dort!"

Jupp Balkenhol lächelt gewitzt, als er von Tachelinus erzählt. „Je mehr Zeit verging, desto öfter setzte sich bei den einfachen Menschen der Glaube durch, es könne sich bei diesem tragenden Gesellen doch um einen unbekannten Heiligen handeln.“ Tatsächlich, so fährt er fort, hat ein pfiffiger Vikar die halb stehende, halb sitzende Haltung des Tanchelinus mit einer brütenden, in der Hocke sitzenden Henne verglichen – einer Henne, die „hurkt“, wie man in Plattdeutsch sagt – , und die Gläubigen davon überzeugt, bei dem Kanzelträger handele es sich zweifelsohne um ein seltenes Exemplar eines Heiligen, dessen Namen man in keinem Heiligenkalender finden könne, eben den „Heiligen Hurk“. So wurde der ursprüngliche Irrlehrer bei den Körbeckern zu einem „Heiligen“ konvertiert. „Schauen Sie sich die großen Schuhe des ‚Heiligen Hurk‘ an“, ermuntert Balkenhol seine Zuhörer zum genauen Hinschauen. „So mancher Gläubiger hat sein Hinterteil über die Schuhe gerubbelt, um, so Gott will, von Hämorrhoiden befreit zu werden. Und andere, die von Zahnweh erlöst werden wollten, wunderten sich über den üblen Geruch des Schuhs ...!“

Jupp Balkenhol weist auf viele interessante Details des prächtigen, 1861 renovierten Hochaltars im Westfälischen Barock hin, ebenfalls ein Meisterwerk von Heinrich Stütting. Im Zentrum befindet sich die Kreuzigungsszene, darüber die Figur des Heiligen Pankratius als Ritter und Bezwinger eines besiegten moslemischen Türken. „Sehen Sie, meine Damen und Herren“, kommentiert der betagte Kirchenführerspitzbübisch, „Körbecke war schon immer seiner Zeit voraus und hatte bereits vor langer, langer Zeit seine ersten Türken...“. Natürlich verweist er auf die Darstellungen der Kirchenväter an den Seiten des Tabernakels. „Und, schauen Sie genau hin: dort steht, neben Papst Gregor, der stolze Bauherr Pfarrer Mappius in seiner ihm eigenen Tracht.“

Nicht nur im Altarensemble findet man Darstellungen von Engeln. „Die Kirche ist voller Engelkes, mehr als 120“, weiß Jupp Balkenhol zu berichten. „Blicken Sie mal genau hierhin, auf die Bankreihen. Überall Engelköpfe und eingeritzte Namen.“ Der Altar hatte damals eine Menge an Ausgaben geschluckt, Geld für Bänke gab es nicht mehr, berichtet Jupp Balkenhol. Pfarrer Mappius, ein gewiefter Christenmensch, wusste Rat und wandte sich an reiche Bauern um Spenden, mit dem Versprechen, dass die Namen der großzügigen Spender in die Bänke eingeritzt würden. Gesagt, getan: „Taler und Eichenstämme rollten aufs Neue herbei, und Meister Stütting setzte jedem Kopfstück ein wunderschönes Engelgesichtchen auf, wobei er, so ganz nebenbei, am Stammtisch die Wette um ein Fläschchen Rum einging, dass nicht ein Cherubim dem anderen gleichen würde. Und er hat die Wette gewonnen, dieser versoffene Tausendsassa! Habt ihr je in einer Kirche schöneren Bankschmuck gesehen?“ In der Tat: Jede Bankreihe hat ihr ausgefallenes individuelles Engelsantlitz. Ja, und zum Schluss – eigentlich war es am Anfang der Kirchenführung – erzählte Jupp von den schwangeren Körbeckerinnen damals, die ganz andächtig in der letzten Bankreihe neben einer Hebamme saßen: „Und wenn es dann so weit war, verließ die Gebärende mit der Hebamme leise die Messe und kam zumeist gegen Schluss des Gottesdienstes wieder zurück in die Kirche, mit dem Neugeborenen in den Armen!“ Jupp Balkenhols lustige Äuglein blitzten. Ob man diesem Döneken und den Geschichten vom Bänetzken und anderen Helden, die er von sich gab, wohl Glauben schenken darf? Unter lautem Lachen dankten die entzückten Zuhörer dem unschlagbaren „Kirchenführer“ Jupp Balkenhol von vollem Herzen. Dao kamme diäm „ollen“ Hären van Hiärten „Danke“ seggen. Und ein Fläschchen mit Rhyneraner Jubiläumskorn, das Lieselotte Schriek, die engagierte Leiterin der Plattdeutschen Runde des Heimatvereins Rhynern, ihm als kleines „flüssiges Dankeschön“ überreichte, nahm er strahlend entgegen. Auch der magister lignarius, die Schnappsdrossel Heinrich Stütting hätte seiner Zeit an diesem ausgefallenen Gebräu seine Freude gehabt!

 

Guet gaohn: Jupp Balkenhol

Jupp Balkenhol ist ein Unikat und ein unstillbares Füllhorn an Anekdoten, Geschichten und Gedichten. Sein Motto: „Dat schoinste Geschenk, wat uese Hiärguott diän Mensken maket hiät, dat is dat Lachen, dat iut me Hiärten küemmet!“Er zählt, so kann man im „Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren“ lesen, „gegenwärtig zu den produktivsten Mundartautoren der Region“.

In Rhynern ist Jupp Balkenhol kein Unbekannter. Vor etlichen Jahren hat er mit seinen Dönekes den Freunden des Heimatvereins einen vergnüglichen Abend bereitet. Interessierten schickt er jede Woche seine neuen plattdeutschen literarischen Produkte zu.

Über sich selbst schreibt er:

In diäm aollen Körbke an der Maihne hiät ne de Mutter Maria et oiste Maol in de Welt kuiken laoten imme Jaohre 1929. Wat wäören dat füör Blagenjaohre in diäm kleinen Düörpken. Dao lait sick säo viell van vertellen. Naohier hiät Jüppe sick op diäm Archigymnasiuen van Saust met diän aollen Spraoken Latuin un Griechisch rümmeschlaon.
Dann hiätte sick met annerer Luie Blagen afgiewen un was Schaulmagister imme Kuohlenpotte, in Brüllingsen un in Körbke. Un wat mäket dai pensionoierte Schaulmester vandage? Hai goiht gärne inte Waolle un in uesem Hiärguott Suine herrliche Natiuer.
Wat iähme äok wahne guet gefällt, dat is Dönekes vertellen un opschruiwen, un annern Luien Spaß te maken, nao diäm Leitspruch: „Dai Bock dai wackelt met diäm Stät, Spaß is daofüör dao, datte maket wärd!“

Seine Dönekes, Spoikskes, Sketche, Gedichte und detailreichen Erzählungen über Jahreszeiten, Natur, Gesundheit, Kirmes und andere Themen, sowie über Pastörkes, Kösters, Schulmagisters, Bauern, Jäger, über Frauluie, Mannsluie und andere Mensken mit ausgefallenen menschlichen Eigenarten sind mit viel Lokalkolorit und hintergründigem Humor ausgestattet. Jupp Balkenhol hat sie in vielen kleinen Büchern dargestellt. Am liebsten dichtet er. „Die Gedichte“, so verrät der Dichter schelmisch sein Rezept gegen das Altern im Soester Anzeigerim Mai 2012 „halten mich lebendig und flott. Man bleibt fit im Kopf, wenn man sich neue Reime ausdenkt“. Es liegt ihm, so sagt er, zu rezitieren, zu erzählen und „Männekes maken“. Wer seine ausgeprägte Mimik, seine eindringliche Gestik, seine leuchtenden Augen und seinen Schalk erlebt, glaubt ihmdies aufs Wort. Er kann begeistern. Sein Arbeitstag beginnt in aller Regel früh morgens; die Handhabung von Laptop und Internet – kein Problem für den 87-Jährigen. In seinem Email-Verteiler gibt es eine große Anzahl von Fans des Plattdeutschen, denen er regelmäßig Geschichten zuschickt.

Eine Bücherliste mit Leseproben kann man unter http://www.plattdeutsch-westfalen.de/buecher.html finden.

Wer Kontakt zu ihm aufnehmen möchte:

E-Mail: - Telefon: 02924/5190

Die beiden ersten, unten abgedruckten Vertellekes findet man unter: http://www.plattdeutsch-westfalen.de/leseproben.html.

Die "evangelischen Kartoffeln"

Im ersten Weltkrieg verkündete der Pastor Johannes Schulte von der Kanzel: "Vergesst die Soldaten an der Front nicht! Sie haben viel mehr auszuhalten, als wir alle!" Er selbst aber gab das beste Beispiel: Er hat gefastet und sich mit Steckrüben und Kartoffeln beholfen. Kartoffeln seien seine Lieblingsspeise, hieß es. Zur Pfarrei in Körbecke gehörte schon damals ein Bauernhof mit 120 Morgen Ackerland und Wiesen. Die Pächter des Hofes hätten ihren Pastor in der schweren Zeit leicht mit dem Nötigsten versorgen können. Zu ihnen ging der Pastor aber nicht. Schulte machte sich auf den Weg nach Stockum zu einem evangelischen Bauern und erkundigte sich dort nach Kartoffeln. Der Bauer sagte: "Gärne, Här Pastäoer!" und brachte ihm gleich zwei Säcke voll Kartoffeln in den Keller. Am nächsten Sonntagmorgen schon predigte der große Pastor über die Kartoffeln:
"Es war einmal ein katholischer Pastor, der lebte in einer großen Pfarrgemeinde mit vielen dicken Bauern. Dieser katholische Pastor aß so gerne Kartoffeln und hätte in der schlimmen Zeit gerne ein paar Kartoffeln gehabt. Da dachte er bei sich, er hätte von seinen Bauern welche bekommen und lief von Pontius nach Pilatus, konnte aber keine kriegen. Schließlich kam er zu einem evangelischen Bauern, und der brachte ihm gleich zwei Säcke voll. Nun muss dieser Katholische Pastor "evangelische Kartoffeln" essen, bleibt aber Euer Pastor in Ewigkeit. Amen!"

"Dat verdammte Siupen!"

Wer ein guter Dokter ist, der weiß, was ein kleines Schnäpschen ab und zu für die Gesundheit wert ist. Wenn allerdings ein Schnaps für das Wohlbefinden schon ausreichend ist, dann soll man nicht gleich zwei Kurze trinken! Wenn der Doktor Thiele bei Wind und Wetter an ein Krankenbett kam, dann hat man ihm zuweilen auch wohl einen "kleinen Alten" angeboten. Und gegen Abend war es dann durchaus möglich, dass man den Dokter in einer recht heiteren Verfassung erleben konnte. So wurde er einmal zu einem Bauern gerufen, der ein derbes Schlachtfest gefeiert und von den guten Sachenzu viel gegessen und einen über den Durst getrunken hatte. "Dai Biuer har imme Berre liägen un was gaß wahne amme mächten un kröchen!"Die Frau fragte den Doktor: "Goihte däot?"- "Wachtet af, Frau!"In dem Moment stolperte Doktor Thiele und fiel zu dem "kranken Mann" ins Bett. Da rief Ferdinand Thiele: "Dat verdammte Siupen!"Und meinte damit natürlich sich selbst. Doch der Bauer rief aus dem Bett: "Jao, jao, Här Dokter, Ui hät et sagt - iek hewwe ratsk te viel drunken!"

Prälat Rudolf Winter

Dem beliebten Päpstlichen Ehrenprälaten im Erzbistum Paderborn Rudolf Winter, der im August 2011 in Wambeln sein diamantenes Priesterjubiläum feierte und bis zu seinem Tod am 31. März 2015 seinen verdienten Ruhestand in Rhynern verbrachte, hat Jupp Balkenhol eine Geschichte gewidmet. Die findet man unter: http://www.sauerlandmundart.de/pdfs/daunlots%2046.pdf

Luie - Prälat Rudolf Winter 60 Jaohre füör uesen Hiärguott unnerwiäges „im Weinberg des Herrn“ - dat ies en Grund taum Fuiern. Dao kamme diäm hochwürdigen Hären imme schwatten Rocke äok maol op Platt grateloiern un van Hiärten „Danke“ seggen. Dao bao se singet „Glück auf, der Steiger kommt!“, dao küemmete hier. Rudolf Winter ies gräot waoren met diän Biärgluien - met diän Kumpels, dai imme Kuohlenpotte - unnen im „Pütt“ - de Arbet däen. Hai ies siliäwen de beste Frönd bliewen van diän Arboiers un kleinen Luien. Imme Josef Joos Hius amme Südufer vamme Möhnesee da o hiätte se ümme sick hat. Dao wäören suine Frönne te Hiuse un sind liuter gärne nao de Maihne henne kuemmen. Dai Lokomotivführer hät iähme dao en oigenen „Lokschuppen“ bugget. Dao konnen se op Fuieraowend ant Kaminfuier sitten gaohn - un harren tehäope iähr Plasoier. Rudolf Winter har ock viell Spass an der plattduitsken Spraoke - wuil, dat guerre aolle Platt was jao all liuter dai Spraoke van diän kleinen Luien. (Schon in den achziger Jahren hat Prälat Rudolf Winter „zukunftsweisend“ seine Themen von der Heimvolkshochschule zur Regierung nach Bonn geschickt: „Die Bedeutung der deutschen Sprache für die Wiedervereinigung Deutschlands!“) Dao ies Jöppelchen dann äok faken imme Jooshiuse wiäst un hiät diän Gästen dao wat vertallt van Friedrich Wilhelm Grimme - van diäm „ Dichter der kleinen Leute.“ Suin Gräoßvahr August Pius Balkenhuol dat was niämlick daomaols en Naower van diäm plattduitsken Siuerlänner Dichter - in Assinghiusen.. Suih - un dat ies niu 150 Jaohre henne. Dai kleine August Pius was näo en Paost van villichte siewen, acht Jaohren. Dao har dai Junge in der Riuhr imme Water staohn un was amme Fiske fangen. Hai har de Forellekes imme Water kiettelt („hatte die Forellen unter dem Bauch gekitzelt“) un män ümmer säo op de Wiese schmietten. Friedrich Willem Grimme satt aower nit wuit wiäg opner Bank un was amme Geschichten schruiwen. Dao suiht hai dat kleine Käleken imme Water un wünnert sick: „Segg maol, Jüngesken, wat daist diu dao? Bist diu amme Fiske fangen? Wai hiät di dat lährt?“ - „Uese Vahr.“ - „Kaste mui dat äok maol wuisen, biu dat goiht?“ - „Jao - säo suihst diu iut! Diu west se mui bläoß wiäg fangen!“ - „Nai, nai - dat dau iek nit! Aower diu kast mi dat doch maol wuisen, biu de dat mäkest!“ Dao siet dai kleine August Pius: „Onkel Willem, woiste wat? Baiker schruiwen dat kaste - aower Fiske fangen, dat kaste nit!“

9.8.2011

Guet gaohn, Ugge Jupp Balkenhol

Wolfgang Schriek

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